07.06.2019 - Dorfgastein, Österreich. Eine kleine Flamme züngelt an der Gasaustrittsöffnung des Trainingsgerätes 'FireStorm'. In etwa zehn Metern Entfernung stehen drei Reichelsheimer Feuerwehrmänner und bauen mit einem Hohlstrahlrohr gerade eine Wasserwand vor sich auf. Dann gibt der Trainer ein Zeichen und schon schießt laut fauchend eine gewaltige Gasflamme auf die Feuerwehrmänner zu.

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Gänsehautmoment bei der Ausbildung am 'FireStorm': Der Schutzschild des Strahlrohres steht und schon schießt eine Flammenwand auf die Feuerwehrmänner zu.

 

International Feuerwehrsternfahrt
Zum 23. Mal trafen sich Feuerwehrfrauen und -männer aus aller Welt zur internationalen Feuerwehrsternfahrt - dem größten Feuerwehrfest in Europa. Gastgeber war dieses Mal die Feuerwehr Dorfgastein im Pongau/Österreich. Rund 3500 Teilnehmer aus 15 Nationen waren angereist, um den Informationsaustausch über die Grenzen hinweg zu fördern, Land und Leute kennenzulernen, sowie gemeinsam zu feiern.

Zum 18.Mal war die Feuerwehr Reichelsheim mit Teilnehmern aus Reichelsheim und Heuchelheim bei dem alle zwei Jahre stattfindenden Event dabei. Neben der Teilnahme an der Sternfahrer-Trophy - einem aus vier Spielen bestehenden Wettbewerb - nahmen sechs Teilnehmer an einer Weiterbildung im Bereich Brandbekämpfung teil.

FireStorm
An der Übungsanlage 'FireStorm' wurden die Einsatzkräfte speziell bei der Türöffnung mit dahinterliegenden Bränden geschult. Dabei ist es wichtig, den heißen Brandrauch zunächst durch gezielte kurze Wasserstöße zu kühlen, um beim vollständigen Öffnen der Tür eine Rauchgasdurchzündung zu vermeiden. Eine weitere Ausbildungsstation war das Training zum Einfangen einer Gasflamme durch den Sog des Wasserstrahls eines Hohlstrahlrohrs. Dabei musste zunächst mit dem Sprühstrahl eine Wasserwand aufgebaut werden, bevor der Trupp dann eine unter hohem Druck austretende Gasflamme zurück in Richtung Austrittsstelle drängen und diese dann abschiebern musste. "Man hat schon ein mulmiges Gefühl, wenn man die Flammen auf sich zukommen sieht", waren sich die Teilnehmer einig. "Umso besser ist nun das Gefühl, zu wissen, dass man solche Flammen in den Griff bekommen kann".

Austausch
Bei der Fahrzeugausstellung und den Fachvorträgen nutzen die Reichelsheimer die Möglichkeit sich über die in Österreich gängige Feuerwehrtechnik und vor allem den Tunnelrettungszug des Tauerntunnels zu informieren. Er wird von Einsatzkräften der Gasteiner Feuerwehren besetzt und unterscheidet sich im Wesentlichen gegenüber der Tunnelrettungszüge der Deutschen Bahn dadurch, dass hier vor der Einfahrt in den Tunnel Feuerwehrfahrzeuge auf Eisenbahnwagen verladen und mitgeführt werden. In einem weiteren Fachvortrag informierten sich die Einsatzkräfte über Klimaveränderungen in Europa und wie bestimmte Wetterlagen zu Unwettern in verschiedenen Regionen führen können.

Land und Leute
Weiter nutzen die Reichelsheimer das Wochenende, um die Berggipfel Fulseck und den Stubnerkogel mit seiner 140 Meter langen Fußgängerhängebrücke in über 2000 Metern Höhe zu erkunden. Bei den Kameradschaftsabenden im Festzelt wurden Bekanntschaften gepflegt und gemeinsam mit über 3000 anderen Feuerwehrfrauen und -männern gefeiert. Im einem großen Festzug durch Dorfgastein präsentierten sich am Samstagnachmittag alle Sternfahrer und rund 300 Feuerwehroldtimer dem Publikum im Gasteinertal.

Die nächste Internationale Feuerwehrsternfahrt wird die Reichelsheimer Feuerwehr 2021 nach Italien ins Südtiroler Städtchen Bruneck (mehr Infos hier) führen, bevor es 2023 erneut ins ungarische Gyula geht.


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Die Feuerwehr Bad Gastein führte das auf dem Tunnelrettungszug mitgeführte Löschunterstützungsfahrzeug LUF60 vor.

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Tür auf, Wasserstoß - Ein Team der Reichelsheimer Feuerwehr beim Training an der Brandsimulationsanlage 'FireStorm'.

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3000 Teilnehmer aus 15 Nationen präsentierten sich im großen Festzug durch Dorfgastein im Gasteinertal.


Text und Bilder: Alexander Hitz, FF Reichelsheim