05.10.2017 - Mit der Handy-App Katwarn können sich Menschen in der Wetterau im Katastrophen- und Gefahrenfall offiziell Warnungen und Verhaltensinformationen direkt auf ihr Smartphone oder Handy senden lassen. Vor gut zwei Jahren hat Landrat Joachim Arnold den Start für die Handy-App in der Wetterau gegeben. Jetzt wirbt er noch einmal für die verstärkte Nutzung.

„Ich würde mir wünschen, dass wenigstens zehn Prozent der Bürgerinnen und Bürger ständige Nutzer der Katwarn-App sind. Durch die Multiplikatorenwirkung im Familien- und Bekanntenkreis würden wir damit einen hervorragenden Wirkungskreis unserer ausgegebenen Warnungen im gesamten Kreisgebiet erreichen. Mit den jetzt genau 19.144 heruntergeladenen Apps und 167 Nutzerinnen und Nutzern, die die Warnungen per SMS bekommen, hat sich die Zahl zwar binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt, aber eigentlich geht uns das zu langsam, wir würden uns eine schnellere Entwicklung nach oben wünschen“, so Landrat Arnold.

Fachleute sprechen von einer „Sirene-to-go“, ein Warnsystem in Ergänzung zu Radio- und Lautsprecherdurchsagen oder Sirenen. Durch gut gedämmte und dreifach verglaste Fenster haben Sirenen heute längst nicht mehr die Reichweite, wie sie sie noch vor einigen Jahrzehnten hatten. Zudem hat sich das Nutzerverhalten vieler Menschen verändert. „Deshalb ist es vernünftig, wichtige Warnmeldungen direkt auf Smartphones zu schicken. Damit haben wir ein zusätzliches Instrument, um die Bürgerinnen und Bürger umgehend und individuell über Gefahren informieren zu können“, wirbt Landrat Arnold für die Nutzung der Handy-App.

Die App ist sowohl für iPhones iOS, Android sowie Windows-phone kostenlos herunterladbar. Interessant ist die App auch deshalb, weil sie direkt mit dem Deutschen Wetterdienst in Offenbach gekoppelt ist. „Fachleute sagen eine Zunahme von extremen Wetterlagen voraus. Insofern ist die Nutzung der Katwarn App sicherlich eine gute Entscheidung“, so Arnold.

Alternativ zur Handy-App und für Menschen, die kein Smartphone besitzen, gibt es auch kostenlose Warnungen, allerdings mit eingeschränkter Funktionalität per SMS, eine Lösung, die in der Wetterau nur relativ selten genutzt wird. Den 19.144 Nutzerinnen und Nutzern der App stehen 167 SMS-Nutzer entgegen. Das ist noch ein weiter Weg bis zur Erreichung von mindestens zehn Prozent der Bevölkerung.


Wir haben mit Hagen Vetter, dem zuständigen Sachbearbeiter für den Katastrophenschutz gesprochen.

Frage: Herr Vetter, wie oft wird Katwarn aktiv?
Antwort: Da sprechen Sie gleich ein Problem an: Es passiert (gottlob) zu wenig, als dass wir von regelmäßigen Meldungen reden müssten. Nur selten bedienen wir dieses Warn-Instrument. Vielleicht ein- bis zweimal pro Jahr. Deshalb wäre es sinnvoll regelmäßige Probealarme durchzuführen. Damit kann man dieses, im Bedarfsfall wichtige Kommunikationsmittel, „wach“ halten.“

Frage: Eine App muss ja einen gewissen Nutzwert haben…
Antwort: Ja, genau so ist es! Weil nichts oder nur sehr wenig passiert, ist Katwarn nicht im Fokus der Menschen, mitunter wird die App auch wieder vom Smartphone gelöscht – weil sich eben außer mal Probealarm nichts rührt. Erst, wenn etwas schiefgeht, entsinnt man sich dieser Sache und fragt dann kritisch, warum die Behörde nicht rechtzeitig und vor- allem alle Menschen restlos gewarnt hat.

Frage: Haben Sie für dieses Dilemma eine Lösung?
Antwort: Natürlich liegt die seltene Nutzung auch an der Zurückhaltung der Verantwortlichen. Es soll aus nachvollziehbaren Gründen keine übermäßige Betätigung der App erfolgen, um nicht „inflationär“ zu werden und den „Schreck-Effekt“ eines Alarms zu schmälern – gleichwohl könnte die App aber auch für niederschwellige Informationen, wie etwa Schulausfall, technische Störungen, Straßensperrungen verwendet werden.

20171005 Katwarn
Hagen Vetter nach der von ihm mitorganisierten Katastrophenschutzübung im August dieses Jahres

 

Quelle: Pressemitteilung Wetteraukreis

   
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