20.03.2018 - Groß angelegte Übung für die Kernstadt sowie die Stadtteile Rödgen und Nieder-Mörlen

In Zusammenarbeit mit der Taunus Klinik arbeitete Kernstadt-Wehrführer Kay Wilde eine groß angelegte Übung in Gebäude 1 des Reha-Zentrums aus. Für die Leitung der Klinik war dies eine optimale Situation, um das hauseigene Notfall-Management auf den Prüfstand zu stellen und die Räumung des Gebäudes bei einem Feueralarm zu proben. Auch für die Brandschützer stellen solche Übungen immer eine Herausforderung dar, an welchen der Leistungs- und Ausbildungsstand der Wehr gemessen und zukünftige Schwerpunkte in der Ausbildung festgelegt werden können.

Für die Feuerwehr ergab sich folgende Lage: Die Brandmeldeanlage des Gebäudes hatte aufgrund einer Rauchentwicklung im 4. OG ausgelöst und die Feuerwehr alarmiert. Für Einsätze dieser Art existiert in Bad Nauheim ein Standard-Vorgehen, welches in Gang gesetzt wurde. Zusammen mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug aus Rödgen rückte die Bad Nauheimer Wehr mit dem Einsatzleitwagen, dem LF 16 und der Drehleiter in die Goethestraße aus, wo der Fahrzeugführer des Löschfahrzeugs die Lage gemeinsam mit einem Atemschutztrupp erkundete. Zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude bereits durch das anwesende Personal geräumt worden, allerdings wurden insgesamt fünf Personen vermisst.

Mittels Laufkarten aus der Brandmeldeanlage rückte der Trupp in das vierte Obergeschoss vor und fand einen völlig verrauchten Flur hinter der Zugangstür zum Treppenhaus vor. Als erste Maßnahme wurde ein Rauchvorhang in die Tür gehängt, um die Ausbreitung des Rauchs in den Treppenraum zu verhindern und so den Rückzugs- und Fluchtweg freizuhalten. Anschließend begab sich der Atemschutztrupp zur Personensuche in den verrauchten Bereich vor. Noch während dieser Maßnahmen meldete der Fahrzeugführer die vorgefundene Lage zurück an die Einsatzleitung, welche die Kameraden aus Nieder-Mörlen nachforderte, die sich daraufhin mit zwei Löschfahrzeugen ebenfalls an die Einsatzstelle begaben. Zwischenzeitlich hatte der erste Trupp bereits eine Person (in Form einer 70 kg schweren Puppe) gefunden und aus dem verrauchten Bereich gerettet.

Aufgrund der Lage und der zurückgemeldeten Informationen begab sich nun auch der Angriffstrupp der Rödger Kameraden in den betroffenen Bereich, wo sie von dem Bad Nauheimer Gruppenführer in die Situation eingewiesen und zur Kontrolle in das 5. OG geschickt wurden, wo sie einen Rollstuhlfahrer vorfanden und betreuten. Dieser wurde im weiteren Verlauf mitsamt Rollstuhl in das Erdgeschoss getragen.

Die nachrückenden Atemschutztrupps wurden nach und nach in den verrauchten Flur geschickt, um weitere Personen zu suchen und das „Feuer“ zu löschen. So konnten zwei weitere Übungspuppen aus dem dichten Rauch gerettet werden. Auch über die Drehleiter wurde eine Person nach unten verbracht, die sich auf einem Balkon bemerkbar gemacht hatte.

Nachdem „Feuer aus!“ gemeldet wurde und der betroffene Bereich mittels Lüftern wieder vom Rauch befreit war, konnte die Übung beendet werden. Nachdem alle Materialien aufgeräumt und in den Fahrzeugen verstaut waren, wurde die komplette Mannschaft von der Klinik-Leitung zu einem kleinen Imbiss eingeladen. In der Nachbesprechung waren sich Klinik-Mitarbeiter und die Führungskräfte der Wehr einig, dass die Übung professionell und für alle Beteiligten zufriedenstellend abgearbeitet wurde.

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Anbringen des Rauchvorhangs im 4.OG, um eine Rauchausbreitung in den Treppenraum zu verhindern.

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Atemschutztrupp beim Absuchen des Flurs

Text: Max Reichardt, FF Bad Nauheim
Bilder: Franziska Jüngling, FF Bad Nauheim

   
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