06.06.2017 - Reichelsheim/Heuchelheim - Der erste gemeinsame Ausflug der beiden Feuerwehren Reichelsheim und Heuchelheim führte 16 Feuerwehrmänner der beiden Wehren nach Dänemark. Dabei wurden sie sogar von der Dänischen Prinzessin Marie begrüßt.

Aber nicht nur sie, sondern auch rund 3000 weitere Teilnehmer der 22. Internationalen Feuerwehrsternfahrt. In diesem Jahr war die Feuerwehr Sonderburg in Süd-Dänemark für die Ausrichtung dieses internationalen Austauschs zuständig. Am Schloss Sonderburg wurde die Sternfahrer-Fahne im Rahmen der Eröffnungsfeier durch einen Hubschrauber des Dänischen Militärs auf das Rettungsschiff "Berlin" der Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) abgeseilt. Von dort aus brachten Rettungsboote die Fahne ans Ufer, wo die Kameraden des vorherigen Ausrichters, der Feuerwehr Wetzikon/Schweiz, die Fahne an die Feuerwehr Sonderburg übergaben. Nach Ansprachen von Magister Ulrich Nemec, Präsident der Internationalen Feuerwehrsternfahrt Organisatin und Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen eröffnete Prinzessin Marie von Dänemark die 22.Internationale Feuerwehrsternfahrt. Ein Festumzug mit Feuerwehren aus 15 Nationen zog zusammen mit Prinz Joachim und Prinzessin Marie, sowie der Sternfahrerfahne ans Festgelände, wo diese anschließend gehisst wurde.

Fachvorträge und -ausstellungen, Schauübungen und internationaler Austausch prägen das viertägige Feuerwehrtreffen. So nutzen die Feuerwehren aus Reichelsheim und Heuchelheim zusammen mit der Feuerwehr Wölfersheim-Wohnbach die Möglichkeit, an einer Führung durch die größte Katastrophenschutzschule des Nordens, die 'Beredskabsstyrelsen Teknisk Skole', in Tinglev teilzunehmen. Ein rund 130.000 Quadratmeter großes Übungsgelände mit Brandhäusern, Ruinen und Fahrzeugwracks in drei 'Stadtteilen' bietet Übungsmöglichkeiten, die sich den Feuerwehren in Hessen nicht bieten.

Bei einem 10 Kilometer Leistungsmarsch holte das Team aus Reichelsheim/Heuchelheim Goldmedaillen und absolvierte die Strecke entlang der dänischen Küste in der geforderten Zeit mit der gesamten Gruppe. In einem Fachvortrag informierten sich die Teilnehmer aus Reichelsheim und Wohnbach über einen außergewöhnlichen Verkehrsunfall mit einem Linienbus, der von Rainer Blaas, Wachvorsteher der Berufsfeuerwehr Flensburg, gehalten wurde.

Die Feuerwehrsternfahrt zog ebenso über 100 Feuerwehr-Oldtimer nach Sonderburg, die sich am Festzelt und im großen Festumzug durch Sonderburg am Samstagnachmittag präsentierten. Aber auch neue Techniken hatten ihren Platz: In der Fachausstellung am Festzelt präsentierten Firmen die neusten Techniken und Materialien rund um Feuerwehr und Rettungsdienst. Täglich waren andere neue Feuerwehrfahrzeuge am Festplatz zu besichtigen, so z.B. ein Abrollbehälter für den Hochwassereinsatz oder das Flugfeldlöschfahrzeug des Flughafens Sonderburg. Einsatzübungen im Stadtgebiet von Sonderburg komplettierten die Vorführungen.

Kameradschaftsabende im Festzelt komplettieren den internationalen Austausch und regen an, mit Feuerwehren aus Europa und den USA ins Gespräch zu kommen. Viele Freundschaften zu Feuerwehrenkameraden aus aller Welt sind so schon entstanden.

Auf der Delegiertenversammlung, zu der jeweils Vertreter der teilnehmenden Feuerwehren geladen werden, wurde das italienische Bruneck/Südtirol als Austragungsort für die 24. Internationale Feuerwehrsternfahrt 2021 ausgewählt. Die 23.Sternfahrt führt 2019 nach Dorfgastein in Österreich.


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3000 Feuerwehrfrauen und -männer aus 15 Nationen sind vor der Kulisse Sonderburgs angetreten
um Prinzessin Marie und Prinz Joachim zur Eröffnung der 22.Internationalen Feuerwehrsternfahrt zu begrüssen.

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Imposant: Mit einem Transporthubschrauber des Typs AgustaWestland AW101 der dänischen
Luftstreitkräfte wurde die Sternfahrerfahne aus dem Schweizer Wetzikon überbracht und auf
den Rettungskreuzer "Berlin" des DGzRS abgeseilt und ans Ufer gebracht. Die Übergabe der
Sternfahrerfahne von Ausrichter zu Ausrichter ist ein traditionelles Ritual bei der Eröffnung.

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Prinzessin Marie von Dänemark kam mit Prinz Joachim zur Eröffnungsfeier und begrüßte die
Feuerwehren in Dänemark.


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Nach der Eröffnung wurde die Sternfahrerfahne traditionell am Festzelt gehisst. Auch danach
nahm sich das Prinzenpaar noch Zeit, die rund 100 Feuerwehr-Oldtimer zu besichtigen.


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Die Wetterauer Feuerwehren aus Reichelsheim, Heuchelheim und Wohnbach besichtigten die
Ruinenstadt der Katastrophenschutzschule 'Beredskabsstyrelsen Teknisk Skole'. Sie bietet
umfangreiche Einsatzszenarien.

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Während der Besichtigungen übt das Technische Hilfswerk mit mehreren Gruppen in der
Ruinenstadt der Katastrophenschutzschule.


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Modernste Technik zum Anfassen: Das Flugfeldlöschfahrzeug des dänischen Flughafens Sonderburg.

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Rund 100 Feuerwehr-Oldtimer aus vielen Ländern Europas kamen nach Dänemark zur Feuerwehrsternfahrt
und präsentierten ihre Fahrzeuge in der Ausstellung und der Oldtimer-Rundfahrt.


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Erster gemeinsamer Ausflug: Die Feuerwehren aus Reichelsheim und Heuchelheim nahmen
gemeinsam mit 16 Teilnehmern an der 22.Internationalen Feuerwehrsternfahrt teil.

 

Text und Bilder: Alexander Hitz, Vorsitzender FF Reichelsheim