22.11.2025 - Wetteraukreis - Das neu entwickelte Seminar „Führungsunterstützung – Führungsstufe B“ hat sich als großer Erfolg herausgestellt. Unter der Leitung von stellv. KBI Sebastian Luft wurde das Seminar mit hohem Engagement von einer speziell gebildeten Arbeitsgruppe erarbeitet, die sich aus Mitgliedern verschiedener Feuerwehren des Wetteraukreises zusammensetzte. Das Programm vereint theoretische und praktische Elemente, die Themenfelder durch mehrere Unterarbeitsgruppen akribisch entwickelt.

Das viertägige Seminar richtet sich speziell an Einsatzkräfte, die zukünftig Aufgaben in Führungseinheiten zur Führungsunterstützung für Einsatzleitungen oder Einsatzabschnittsleitungen übernehmen sollen. Die Teilnehmer erwerben die notwendigen Kompetenzen, um im Einsatz selbstständig und fachlich korrekt die unverzichtbare Zuarbeit und Unterstützung für die Einsatzleitung zu leisten.

 
Theoretischer Ausbildung am Mittwoch

Das Seminar adressiert dabei zentrale Themenfelder:

  • Einsatzleitung und Führung im Einsatz
  • Kommunikation
  • Kartenkunde und Geoinformationssysteme
  • Führungsunterstützung aus Sicht der Leitstelle
  • Mittel zur Informationsgewinnung und -verarbeitung
  • Aufgaben der Führungsunterstützung
  • Lagekartenführung
  • Organisation der Einsatzstelle und des Einsatzablaufs

Das Seminar umfasst 21 Unterrichtseinheiten und kombiniert theoretische Wissensvermittlung mit intensiver praktischer Anwendung. Die Dozenten vermitteln Grundlagen des Führungssystems nach FwDV 100, Rechtsvorgaben und die organisatorische Struktur von Führungseinheiten. Besonders hervorzuheben ist die Vermittlung digitaler Werkzeuge: Die Teilnehmer lernen, mit Geoinformationssystemen zu arbeiten, Koordinaten zu ermitteln, Entfernungen zu messen und Stoffdaten zu recherchieren.

 FA41.png
Theoretische Ausbildung am Donnerstag

Praktische Übungen durchzogen das gesamte Programm. Die Teilnehmer trainierten die korrekte Führung von Lagekarten, die situationsgerechte Kommunikation über Funk, die Einsatzdokumentation und die Zusammenarbeit mit der Zentralen Leitstelle. Der praktische Umgang mit modernen Informationssystemen wie MEMPLEX wurde ebenfalls vorgestellt.

Der Höhepunkt und größte logistische Kraftakt war der Samstag mit zwei umfangreichen Einsatzszenarien. Hier zeigte sich die gute und umfassende Vorbereitung des Organisationsteams: Der praktische Teil des Pilot-Seminars fand bei Minusgraden statt, was alle Beteiligten vor zusätzliche Herausforderungen stellte, die sie jedoch mit Bravour meisterten.

Die Simulation der Einsatzlagen wurde mit großem Aufwand realisiert: Der ELW 2 fungierte als Leitstelle und wurde von zwei Personen besetzt, die realistisch entsprechende Einsatzaufträge und Informationen erteilten. Weitere Teams simulierten die sich ständig ändernde Einsatzlage. Die vier ELW 1 waren jeweils mit vier bis fünf Teilnehmern und einem Dozenten als Einsatzleiter besetzt, der synchronisiert mit dem Team der Einsatzsimulation auf die Lagemeldungen reagierte und Szenarien einspielte.

FA5.png FA6.png
Praktische Einsatzlagen am Samstagvormittag

Das gesamte Spektrum der Führungsunterstützung wurde abgebildet: klassische Szenarien wie die Meldungsabgabe mit Ausrück-, Eintreff- und Lagemeldungen, Fahrzeuganforderungen, Wetterdatenabfragen über FeWIS, die Nutzung von Kartenmaterial, moderner Informationssysteme und auch die Interaktion mit der Öffentlichkeit – ein Pressebeauftragter erschien, um sich über die Situation zu „informieren“.

FA7.png FA8.png
Lagevortrag und Vorbereitung.

Bereits im kommenden Jahr sollen zwei Seminare angeboten werden. Jedes Seminar ist für mindestens 16 Teilnehmer ausgelegt. Das viertägige Seminar umfasst drei Abendveranstaltungen und einen Praxistag, in der Regel von Mittwoch bis Samstag – ein intensives Programm, das den Teilnehmern ein vollständiges Eintauchen in die Thematik ermöglicht.

FA9.png FA10.png
Gute Verpflegung trägt zu einem erfolgreichen Seminar bei.

Großer Dank gebührt der Freiwilligen Feuerwehr Rockenberg für ihre ausgezeichnete Gastfreundschaft und Bewirtung. Das moderne Feuerwehrgebäude mit seinen vielfältigen Räumlichkeiten und Außenanlagen erwies sich als ideale Location für dieses anspruchsvolle Trainingsprogramm. Die infrastrukturellen Gegebenheiten – von Schulungsräumen über Übungsflächen bis hin zur Verpflegung – trugen maßgeblich zum Erfolg des Seminars bei. Ein besonderer Dank geht auch an die Ausbilder des Seminars, deren Fachkompetenz und Engagement maßgeblich zum Erfolg des Programms beigetragen haben.

FA12.pngDie Teilnehmer des Pilot-Seminars mit dem Organisationsteam.

FA14.png FA15.png FA17.png

FA18.png FA20.png
Weitere Eindrücke vom praktischen Übungsteil.

Text und Bilder: Marcus Müller, Kreisfeuerwehrverband Wetterau